Zachze - Chanson, neue Volksmusik und Kinderlieder

Mit offenen Armen empfangen — Schlachtfelder und Weinberge

Samstag 28 Januar 1984, in: Pressestimmen
Pressestimmen

Reiselustige der VHS-Literaturwerkstatt erreichten La Roche / Spurensicherung per Bahn und Autostopp

 

Gummenbach / La Roche - (wk) — Nach zehn erlebnisreichen Tagen ist die Reisegruppe der VHS-Literaturwerkstatt in Gummersbachs französischer-partnerstadt La Roche-sur-Yon eingetroffen. 1100 Kilometer brachten die elf Teilnehmer, teils bahnfahrend, teils wandernd oder per Autostopp, hinter sich. Die Fahrt sollte der historischen und kulturellen "Spurensicherung" dienen, die Entfernung zwischen Gummersbach und La Roche, die sprachlichen und nationalen Grenzen "sinnlich erfahrbar" machen.

Düstere Erinnerungen

Die erste Station unserer Reise war Saarbrücken und damit der Grenzübergang nach Frankreich", schreiben die Drei. Ehemalige Widerstandskämpfer zeigten uns ein früheres Konzentrationslager, und Naturfreunde begleiteten uns über die Grenze. "Dort wurden die Reisenden auch an die schrecklichen Zeiten deutsch-französischer "Nachbarschaft" erinnert: Unsere Gastgeber zeigten uns ein Schlachtfeld, wo sich deutsche und französische Soldaten in den Armen gelegen hatten - gegenseitig erstochen."

Über Metz erreichte die Truppe per Anhalter Nancy: Da trafen wir einen Tramper aus La Roche und einen aus Günderoth. Wir holten unsere Gitarren raus, und aus den Fenstern hagelte es Geld, als wir uns mit unseren Liedern und Texten am Marktbrunnen vorstellten." In Nancy verabschiedete sich ein offenbar besonders unterehmungslustiger Reisender von der Gruppe, um einen kurzen Trip nach Italien zu unternehmen und später wieder zu den anderen zu stoßen. Als Treffpunkt war der Hauptbahnhof in Dijon vereinbart, 8 Uhr morgens.

Das verabredete Treffen klappte, wie schon vorher in Straßburg, wo zwei Nachkömmlinge zu der Gruppe stießen, die zwei Tage später von Gummersbach aus hinterhergetrampt waren. In Straßburg wurden die Oberberger vom zweiten Bürgermeister der Stadt, Germain Muller, und einem Minnesänger der Region empfangen und mit Wein und Gugelhupf bewirtet. Nach einer schweißtreibenden Wanderung durch Vogesen und Weinberge kam dieser herzliche und stärkende Empfang gerade recht.

Ab Dijon teilte sich die Gruppe, um auf verschiedenen Wegen und Verkehrsmitteln die Loire zu erreichen. Überraschende Gastfreundschaft erlebten dabei Bärbel und Werner, die sich per Anhalter auf den Weg gemacht hatten. Sie wurden in dem kleinen Weinort Pommard mit offenen Armen aufgenommen. Der Bürgermeister, in Städtepartnerschaft erfahren durch die Verbindung seiner Gemeinde, mit Nackenheim / Rhein, stellte den beiden den Festsaal der Dorfgemeinschaft als Nachtquartier zur Verfügung.

Andere dieselten mit einem Vorortzug durch die französische Provinz, der sie lebhaft "an den Sound des "Aggertalexpress" erinnerte. Sommerliche Wärme, die die Teilnehmer zu Hause vermißt hatten, gab es nun im Übermaß. "Die Gruppendynamik (was man landläufig auch als Gruppenkoller bezeichnet) tat ihr "übriges", berichten die Reisenden. "Alle waren sich einig, daß man bei dieser brütenden Hitze so schnell wie möglich zur Abkühlung an den Atlantik kommen müsse. Aber die Abkühlung sah anders aus, als wir es uns erhofft hatten: Es goß in Strömen. Wir fühlten uns wie zu Hause."

Paris war letzte Station

Für eine Unterkunft im Badeort St. Jean de Monts (nahe La Roche) sorgte Helene Jaquet, die im Rahmen der Partnerschaft einen Informationsstand im Gummersbacher Einkaufszentrum betreut hatte. Gemeinsam mit französischen Gastgebern wollten die Reisenden den Nationalfeiertag, den 14. Juli, verbringen, in Badesachen, wie sie hofften.
Vom westlichsten Punkt der Reise am Atlantik ging es dann zu einem kurzen Aufenthalt nach La Roche zurück. Inzwischen haben die Reisenden ihre Rucksäcke im Gepäcknetz eines Zuges verstaut und sind nach Paris, der letzten Station ihrer Tour gefahren. Am Donnerstag werden sie wieder im Oberbergischen erwartet.

Aus La Roche berichten die Mitreisenden Bärbel Bick, Werner Franke und Harry Böseke.

25. Juli 1984, Kölner Stadtanzeiger, Oberberg


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Man glaubt sich einer Band in voller Besetzung gegenüber - seine Beine stampfen den Rhythmus, seine Finger trommeln auf der Gitarre, um dann von einem Moment auf den anderen das volle Klangspektrum ihrer Saiten auszureizen: groovige und rockige Anschläge, Blues, Rap, klassisch gezupftes Zwischenspiel.

Zur Energie der Rhythmen gesellt sich die Energie in Zachcials kraftvoller Stimme, mit der er wendig zwischen Klangfarben manövriert....

Hildesheimer Allgemeine, 2001.


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