Düstere Grundstimmung in Werken junger Autoren
Samstag 03 Oktober 1981, in: Pressestimmen
 23 Preisträger im Schreibwettbewerb "Wir träumen und wir handeln
Da ist die traurige Geschichte von Helmut Er hat große Schwierigkeiten, unter anderem in der Schule und später in der Lehre, weil er oft vor sich hinträumt. Die Freundin trennt sich von dem jungen Mann, weil sie, wie sie sagt. mit einem Träumer nichts anfangen kann. Schließlich sieht Helmut aus seiner Verzweiflung keinen Ausweg mehr. Er begeht mit einer Überdosis Schlaftablatten Selbstmord. So endet der von Ulrich Wimmeroth geschriebene Text mit dem Titel "Keine Räume für Träume". Der 18 Jahre alte Kölner ist einer von 23 Preisträgern des Schreibwettbewerbs "Wir träumen und wir handeln", den das Förderzentrum "Jugend schreibt" gemeinsam mit der Stadtbücherei Köln ausgeschrieben hatte.
Am Samstagnachmittag lasen die Gewinner in der Stadtbücherei im Josef-Haubrich-Hof aus ihren Werken vor. Auffallend oft hatten die Arbeiten eine düstere, beklemmende Grundstimmung. Eine junge Autorin beschreibt beispielsweise in Hörspielform eine Gerichtsverhandlung. Angeklagt ist ein Mann, nur weil er singend über die Straße ging, in Jeans die Kirche betrat und einen Passanten fragte: "Warum sehen Sie so griesgrämig aus. Wie die Verhandlung ausgeht, läßt die Autorin offen.
Eine 21jährige Düsseldorferin verfaßte über die Produktvorstellung einer Arzneimittelfirma eine Satire. Es geht dabei um Träume, die als Tabletten eingenommen werden können. Ein 17jähriger Duisburger stellt in einem Gedicht die Frage, warum unser Handeln oftmals in Gegensatz zu unseren Träumen steht. Insgesamt 250 Jungautoren aus der ganzen Bundesrepublik hatten 750 Arbeiten eingeschickt (...) Als Preise bekamen die 23 Gewinner eine Urkunde, eine Rose und 50 Mark überreicht.
Abwechslung zwischen den Lesungen boten die Liedermacher Helmut Poss und Michael Zachcial, der auch zu den Prreisträgern des Schreibwettbewerbs gehörte.
Kölner Stadtanzeiger, 3. Oktober 1981
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