Lieder über die Liebe...
Samstag 26 April 1986, in: Pressestimmen
 ...und das Einerlei des täglichen Lebens
Im Ratskeller Hamborn gastierte dar Liedermacher Michael Zachcial. Der gebürtige Hambomer mit dem Künstlernamen "ZACHZE" erzählte in seinen Liedern und Gedichten von Beziehungsproblemen, dem neuen - alten - Faschismus, seinen Problemen mit der Stadt Duisburg und den Sorgen im täglichen Einerlei. Der Künstler, der seine Texte und Musik als Einheit bezeichnet, steht musikalisch zweifellos in der Tradition amerikanischer Folksänger wie Bob Dylan und deutscher Liedermacher im Stile Hannes Waders. Die Verwandtschaft zu Wader wird besonders in seinem Gitarrenspiel deutlich. "ZACHZE" bevorzugt schnelle Pickings mit knapper Melodieführung. Diese Spielart ermöglicht es dem Liedermacher, die Aussagen seiner Texte gut zu unterstreichen.
Zachcials Stärke sind Erzählungen aus dem Alltag. Es gelingt ihm gut, persönliche Gefühle musikalisch umzusetzen und dem Publikum zu vermitteln. Das beste Beispiel hierfür war das Stück "Der Umzug", eine Liebeserklärung an eine Frau.
Deutlich an Profil verliert der Sänger bei den Versuchen, gesellschaftliche und politische Problemfehler aufzuarbeiten. Es fehlt ihm an der verbalen Schärfe, die einen Biermann oder Degenhardt auszeichnen. "ZACHZE" flüchtet sich hier in Lehrformeln, die zwar seine Überlegungen offenlegen, aber das satirische und ironische Spiel mit Worten vermissen lassen. Er sollte versuchen. Aussagen über Faschismus und kritische Anmerkungen zur Demokratie auf den Punkt zu bringen und den Sinn seiner Lieder dem Publikum nicht nur durch Schlagwörter verständlich machen.
WAZ, 26.4.1986, U.A.
Eine ganz frühe Kritik aus den Anfangsjahren...
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